Amts- Nachlass- und Betreuungsgericht

2017, Tübingen

Im Rahmen der Notariatsreform soll das Gebäude Schellingstrasse 9- 11 in Tübingen durch das Amtsgericht Tübingen, das Nachlass- und Betreuungsgericht und die Abteilung Zwangsvollstreckung neu bezogen werden. Weiterhin sollen in den Räumlichkeiten auch interne Ausbildungsveranstaltungen für Mitarbeiter durchgeführt werden.

Das Gebäude wurde 1907 als Kammergebäude der Garnisonsverwaltung vom Militäramt errichtet. Im Obergeschoss waren die Lagerräume und im Erdgeschoß eine Fahrzeughalle. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz.

Das Gebäude blickt auf eine wechselvolle Geschichte. Nach dem 2. Weltkrieg wurde es über einen längeren Zeitraum als Wäscherei von den Alliierten genutzt. Nach Abzug des französischen Militärs wurde das Gebäude vom Land Baden-Württemberg erworben und für die Nutzung als Polizeieinsatzzentrale umgebaut. Hierfür wurde das Dachgeschoß ausgebaut und Garagen im Hofbereich errichtet. Derzeit ist es an den Landkreis als Flüchtlingsunterkunft vermietet.

Der Großteil der Baumaßnahme findet im Erdgeschoss statt. Hier entstehen die öffentlichen Bereiche mit Sitzungssälen, deren notwendigen Nebenräume sowie die Ausbildungsräume. Die vorhandenen Büroräume in den Obergeschossen werden als interne Verwaltungsräume genutzt.

Die Neubelegung für das Amtsgericht erfordert neben Umbaumaßnahmen und Sanierungsmaßnahmen der Gebäudeversorgungstechnik auch die Brandschutzertüchtigung. Die statische Ertüchtigung durch Ausbau des Tragwerks vom Erdgeschoss bis zum 1. Obergeschoss ist zwingend erforderlich und ist mit umfangreichen Abfangmaßnahmen während der Bauzeit verbunden. Das Gebäude wird in Zukunft barrierefrei erschlossen. Es wird ein Aufzug angeordnet, der alle Geschosse anbindet.

Im Herbst 2018 ist Baubeginn.