Sanierung Wohn- und Geschäftshaus H11

2016, Tübingen

Beschreibung

Das Gebäude entstammt dem Spätklassizismus und ist ein Denkmal. Die Fassadensanierung umfasst die Aufarbeitung der Fenster mit den Holzfaschen, der Simsbänder, Putzoberfläche und die Umgestaltung der Sockelzone. Mit der Entfernung der Fensterläden wird das Gebäude in seine ursprünglich Gestalt und Proportion zurück geführt. Das Farbkonzept sieht eine zartgraue Oberfläche der flächig eingefügten Fenster mit ihren Holzbauteilen vor. Die ehemals einheitlich beschichteten Stahlsimsbänder werden durch ein farbgleich vorbewittertes zweiteiliges Zinkblech ausgetauscht. Auch die Rinne und die Fallrohre werden farblich angepasst. Diese farbliche Einheitlichkeit entstammt der ursprünglichen Farbigkeit. Die Putzoberfläche kontrastiert als glatter Modellierputz mit einer rosa Farbigkeit.
Das Sockelgeschoss wurde in den frühen 80er Jahren seiner ursprünglichen Fassadengliederung mit gusseisernen Stahlstützen enthoben. Eine Rückführung ist ohne Geschichtsverklitterung nicht möglich. In Absprache mit der Denkmalpflege wurde der Sockel deshalb entsprechend der Stadtbildsatzung als massive Gebäudebasis mit großzügigen Lochschaufenstern gestaltet. Nachträgliche Bänderungen wurden entfernt. Die gestalterische Vielschichtigkeit der oberen Fassaden wird im Erdgeschoß modern übersetzt. Das Schaufenster erhält einen plastische Profilierung durch einen Rücksprung in den Fensterebenen. Der Fensterrücksprung ermöglich eine natürliche Be- und Entlüftung der Ladenräumlichkeiten. Laibungsfaschen fassen Fenster zusammen. Ein historisch zur Pfleghofstraße angeordneter Kiosk mit eigener Zugänglichkeit und Raumhöhe wird wieder aufgegriffen. Das Schaufenster wird tiefer positioniert und verläuft eben, also ohne Rücksprung.
In einem zweiten Bauabschnitt erfolgt die Sanierung des Treppenhauses bei laufendem Betrieb. Die alte Holzteppe wird reastauratorisch freigelegt, abgeschliffen und geseift. DIe unterschiedlichsten Bodenmaterialien der Treppenpodeste, einem Terrazzo, Steinzeugfliesen, Holzböden sind wieder entdeckt worden. Sie werden erhalten und erfahren eine restauratorische Aufarbeitung. Die Wände werden glatt gespachtelt und in Anlehnung an das Farbkonzept der Fassade farblich behandelt.

Bauherr

Erbengemeinschaft Familie Streier/ Hepper

Standort

Hafengasse 11, Tübingen

Leistung

Entwurf, Planung, Ausschreibung, Bauleitung

Fertigstellung

Dezember 2014